1997
Lift Off!
Der Titel der Euro-Mir im Europa-Park
Das Problem
Ich mache seit 1993 Musik, erst an einem einzelnen Keyboard, später nachts in einem richtigen Studio. Damals ist das eine Materialschlacht. Ohne die Geräte hast du keine Chance, etwas zu bauen, das jemand hören will.
Der Studiobesitzer produziert viel für den Europa-Park. Eines Tages kommt er rein und sagt, ihr hockt ja immer for free drinnen, jetzt brauch ich euch mal.
Die Idee
Es gibt keine. Wir haben begrenzte Zeit und überhaupt keine Lust. Wir machen einen kurzen Riff und ein bisschen bumm bumm drunter. Mehr ist es nicht.
Was daraus wurde
Aus dem Riff wird eine ganze Platte. Lift Off! trägt ab 1997 die Achterbahn Euro-Mir im Europa-Park, dazu stammen sieben der zehn Titel des Soundtrack-Albums von mir und Ben Klug.
Veröffentlicht haben wir unter Pseudonymen. Meines ist Hell Bopp, nach dem Kometen Hale-Bopp, der 1997 mit bloßem Auge zu sehen war. Ein Wortspiel aus der Raumfahrt, passend zum Thema der Bahn.
Aus denselben Jahren stammen vier Titel auf Café del Mar: Vol. 8, Vol. 11, die Ibiza-Ausgabe Volumen Siete Y Ocho und The Very Best Of. Zusammengenommen sind es 23 eigene Platten und Titel auf über 150 weiteren Veröffentlichungen.
Wenn ich heute im Park bin, stehe ich manchmal in der Bahn und sehe Leute in der Schlange mitwippen. Am 9. Januar 2027 verabschiedet der Park die Euro-Mir nach dreißig Saisons. Die Melodie bleibt, das hat der Park bestätigt.
Was ich daraus gelernt habe
Man weiß beim Bauen nicht, was bleiben wird. Der Auftrag, auf den ich am wenigsten Lust hatte, ist das Einzige aus dieser Zeit, das dreißig Jahre gehalten hat.

Erzählt bei Lifeline mit Sachar Klein, 8. April 2025, WirtschaftsWoche Management-Blog, 21. November 2023.









